Donnerstag, 4. Juni 2015

Rezension: Frau Jenny Treibel von Theodor Fontane

Rezension: Frau Jenny Treibel von Theodor Fontane

Die Inhaltsangabe von „Frau Jenny Treibel“ von Theodor Fontane findet ihr oben. 
Obwohl mir Jenny Treibel charakterlich sehr gut gefallen hat, weil sie alles daran setzt ihre Wünsche in die Tat umzusetzen, hat gerade diese Geradlinigkeit auch ihre Nachteile. Jenny Treibel wurde in das Arbeitsbürgertum geboren, heiratet aber ins Besitzbürgertum. Sie war mit Professor Schmidt verlobt, trennte sich aber wieder von ihm, weil er ihr nicht genug bieten konnte. Sie scheint sich auch heute noch zu fragen, ob sie damals die richtige Entscheidung traf.
Jenny Treibel versucht zu verhindern, dass Corinna es genauso macht wie sie es gemacht hat. Gerade das stört mich an Frau Jenny Treibel auch wieder. Sie unterbindet, dass sich andere Frauen an ihrer Familie (ihrem Sohn) bereichern, obwohl sie es einst genauso machte.
Obwohl ich das Gefühl hatte, dass man irgendwie auf Corinnas Seite sein muss, weil sie die „Gegenspielerin“ von Jenny ist, war ich am Ende sehr enttäuscht von ihr. Man würde ihr gönnen mit Leopold glücklich zu werden, wenn sie nicht bereit wäre die Verlobung zu lösen, weil er es nach zwei Wochen nicht geschafft hat, seine Mutter, die ihn die restlichen 25 Jahre in seinem Leben kontrollierte, umzustimmen.

Es gab zwar niemanden, in den ich mich so 100% rein versetzen konnte und mich hat es gestört, dass man am Ende nicht erfuhr, wie Leopold zu Corinnas Hochzeit und seiner Verlobung steht. Man erfährt nur, dass er nicht auf Corinnas Hochzeitsfeier erscheint.
Alles in allem könnte man die ein oder andere Szene kürzen, aber grundsätzlich liest sich Fontanes „Frau Jenny Treibel“ sehr gut und ich kann es nur weiterempfehlen. 

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