Freitag, 19. August 2016

Des Teufels General III von Carl Zuckmayer

Das Rad dreht sich, solange es rollt. S. 84

An diesem Zitat sieht man wie toll Zuckmayer sein Drama durchkomponiert hat. In irgendeiner Weise werden wir doch alle von unseren Lebensumständen, genauer von dem System, in dem wir leben, beeinflusst. Die Konstruktion in dem Satz weist darauf hin, dass das Rad keine Möglichkeit hat zu beeinflussen, ob es sich drehen will oder nicht geschweige denn, dass es entscheiden kann wo es hinrollen will. So wird das Rad von äußeren Umständen angetrieben und wird solange laufen bis man ihm sagt, oder dafür sorgt, dass es anhält. Das Rad steht also für einen Menschen, der sich nicht gegen sein Weiterrollen wehren kann. Ich stellte mir da ein Rad vor – ein einzelnes Rad, das einen Berg hinunterrollt und nicht aufgehalten werden kann. Es rollt eben solange wie es rollt und wenn es zur Seite kippt, wenn es gestoppt wird durch ein Hindernis oder einen Menschen, dann dreht es sich nicht mehr weiter, denn es rollt ja nicht mehr.
Dieses Zitat erinnert an den Ausspruch 'Die Würfel sind gefallen!'.

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