Freitag, 30. September 2016

Des Teufels General VI von Carl Zuckmayer

Wer auf Erden des Teufels General wurde und ihm die Bahn gebombt hat – der muß ihm auch Quartier in der Hölle machen. S. 154

Ein sehr treffendes Zitat, das wohl auch zeigt, weshalb das Drama heißt wie es heißt „Des Teufels General“. Nüchtern erkennt Harras hier, dass er sich vor Jahren für einen Weg entschieden hat und jetzt keine andere Wahl mehr hat, als diesen Weg bis zum Ende zu verfolgen. Er kann nicht mehr abspringen und kann sich nicht mehr aus der Affäre ziehen. Er hat vor Jahren die falsche Seite gewählt und besitzt jetzt zu viel Ehre oder Stolz oder Dummheit um sich um zu entscheiden. Vielleicht ist es einfach das Pflichtgefühl, das ihn zu seinen Handlungen drängt. Er entscheidet sich dafür, dass er mit Hitler, für den er als Soldat ja jahrelang gearbeitet hat, in die Hölle fährt und dort mit dem Teufel das ewige Leben verbringt. Das alles tut er lieber, als sein Leben zu retten und für sein Seelenheil zu sorgen.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht so genau, was ich von diesem Verhalten denken soll, denn auf der einen Seite imponiert das Selbstvertrauen von General Harras und auch die Ehre und das Pflichtgefühl, die ihn vermutlich zu seinen Handlungen drängen, sind bewundernswert, auf der anderen Seite hat Odenbruch (ein Freund und Kollege von Harras) Recht, denn er sagt, dass Harras lebendig viel wichtiger und hilfreicher für die Sache wäre. Mit 'der Sache' ist die Sabotage von Hitler und den Flugzeugen gemeint. Harras könnte, wenn er weiterlebt dafür sorgen, dass noch mehr Maschinen nicht fliegen können, aber er ist nicht bereit diesen Preis zu behalten, denn er findet es nicht gut, dass es Opfer gibt, die keine Opfer sein müssten.
Letztendlich ist diese Ansicht fraglich, aber sie zeugt von Mut, ob eine Portion Dummheit dazugehört bleibt offen und man sollte sich Gedanken machen, ob man sich genauso oder anders verhalten würde, wenn man in einem moralischen Situation mit seinem eigenen Moralkodex konfrontiert wird.

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