Mittwoch, 12. Oktober 2016

Rezension: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Doge und Dogaresse aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 

Die Inhaltsangabe der Erzählung „Doge und Dogaresse“ aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Was mir an dieser Geschichte sehr gut gefiel, war die verschachtelte Erzählstruktur. Auf der einen Seite verwirren die verschiedenen italienischen Namen und die Erzählebenen, denn die alte Amme Antonios bringt noch einige Anachronien und auch er bringt Anachronien als sie einander von den Teilen der Vergangenheit erzählen, an die sich der Gesprächspartner entweder nicht erinnern kann oder von der er nichts weiß.
Wie gesagt, wir haben einige italienische Namen, die ich oben gar nicht erst erwähnt habe, die nicht gerade zur Klarheit der Geschichte beitragen und ich hatte öfter mal das Gefühl, dass ich nur aufgrund des Kontextes wusste, wer der Mann mit dem italienischen Namen ist.
Was mir außerdem recht gut gefiel, war, dass wir dieses Mal nicht so viel Kunst hatte. Versteht mich nicht falsch, ich mag Kunst. Ich mag Musik, schöne Bilder, tolle Texte, aber irgendwie war es doch ein recht langweiliges bzw. unabwechslungsreiches Motiv.
Auch gefiel mir die Liebesgeschichte von Antonio und Annunziata recht gut, auch wenn beide sehr stark idealisiert dargestellt wurden. Annunziata scheint so schön zu sein, dass kein Engel schöner sein könnte, scheint gleichzeitig so unschuldig zu sein, dass kein Neugeborenes unschuldiger ist. Und dennoch liebt sie Antonio.
Antonio ist mutig, kräftig und gleichzeitig ein sehr, sehr schöner Jüngling und obwohl er einige Neider hat, ist er immer wieder erfolgreich. Das Schicksal hat ihm übel mitgespielt, aber er schlägt sich durch und er erhält, dennoch immer wieder Geld bzw. Gold von seinen Arbeitgebern.
Alles in allem gehört „Doge und Dogaresse“ aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann zu den schöneren Geschichten, meiner Meinung nach, und ich empfehle diese Geschichte jetzt einfach mal weiter an jeden, der sich für semi-romantische Liebesgeschichten zwischen lange verschollenen Liebenden interessiert.

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