Sonntag, 18. Dezember 2016

Rezension: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Rezension: Die heilige Johanna der Schlachthöfe von Bertolt Brecht

Die Inhaltsangabe zum Theaterstück „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ von Bertolt Brecht findet ihr oben.
Mir persönlich war oftmals nicht ganz klar, warum – wo ja gerade die Preise wieder runtergegangen sind und Mauler die Fleischfabrik wieder öffnen wollte – auf einmal die Preise wieder stiegen und Mauler wieder ruiniert war.
Die Tatsache, dass sich Johanna nirgendwo wirklich einfügte, bei den schwarzen Strohhüten wird sie rausgeschmissen, weil sie ihren Kollegen aufstößt, bei den Fleischern ist sie auch nicht beliebt, weil sie den Arbeitern helfen will und bei den Arbeitern ist sie auch nicht sonderlich beliebt, weil sie gegen Gewalt ist und statt ihnen Suppe zu bringen, ihnen nur Reden von Gott bringt, fand ich irgendwie komisch. So fiel es mir recht schwer mich mit der Hauptfigur zu identifizieren.
Das Ende, die Tatsache also, dass Johanna mit den Fahnen abgedeckt wird, kam mir sehr bekannt vor, denn dieses Ende haben wir auch bei Schillers „Johanna von Orleans“ und unterscheidet sich von der historischen Johanna, die meines Wissens nach, auf dem Scheiterhaufen verbrannt wurde. Natürlich ist es auch von diesem Standpunkt her interessant mal ein paar verschiedene Inszenierungen dieses Stoffes zu lesen.
Auch hier haben wir genau wie in der „Mutter Courage und ihre Kinder“ ein paar Lieder und gegen Ende sogar Reime und Verse, auch dies gefiel mir recht gut, denn Brecht schafft es mit solchen Texten immer wieder seine Stücke aufzulockern und damit Gefühle und Motive zu transportieren.
Insgesamt fand ich dieses Theaterstück von Bertolt Brecht „Die heilige Johanna der Schlachthöfe“ nicht so schön wie die „Mutter Courage und ihre Kinder“ von Brecht, aber es war dennoch ganz schön und ich kann es jedem nur empfehlen, der mal etwas von Brecht oder ein „moderneres“ Theaterstück lesen möchte.

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