Mittwoch, 7. Dezember 2016

Rezension: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann

Rezension: Vampirismus aus den Serapions-Brüdern von E.T.A. Hoffmann
 
Die Inhaltsangabe zur Geschichte „Vampirismus“ von E.T.A. Hoffmann findet ihr oben.
Wir haben ein sehr düsteres Grundthema in dieser Geschichte. Die ganze Zeit ist durchaus klar, dass es ein mystisch-phantastisches Element in dieser Geschichte gibt, aber der Erzähler löst erst auf den letzten paar Seiten auf, worum es genau geht, wobei das natürlich aufgrund des Titels der Geschichte recht klar ist. Durch dieses Geheimnis, das nicht nur der Tochter und der Mutter, sondern dadurch bedingt der ganzen Geschichte innewohnt, erreicht.
Die Figuren kamen meiner Ansicht nach nicht so wirklich raus, was aber wohl mit der oben erwähnten Grundstimmung der Geschichte zu tun hat, denn durch diesen mysteriösen Anklang, den die Geschichte hat, würde es stören, wenn der Erzähler zu viel über seine Figuren bekannt geben würde.
Wir haben auch hier die wunderschöne, junge Frau, die der Protagonist heiraten will, weil sie so schön ist und nicht wegen ihres Charakters.
Ob wir hier das serpaiontische Prinzip wieder finden? Gute Frage. Ich weiß es nicht. Wir haben keinen Künstler, der irgendwas innerlich schaut und nach außen trägt, sondern nur eine sehr mysteriöse Begebenheit, dass man der Baroness schon anmerkt, dass etwas mit ihr nicht stimmt. Wobei weder dem Vater des Grafen Hypponit noch diesem genau klar ist, was mit der Frau nicht stimmt. Hypponit lässt sich von dem schönen Antlitz der Tochter der Baroness täuschen, was irgendwie ja schon serapiontisch ist, oder? Also, genau genommen wäre es anti-serapiontisch. Er sieht etwas äußerliches und überträgt das auf sein Inneres bzw. er geht davon aus, dass ihr Inneres genauso „schön“ sein muss, weil sie ja äußerlich auch schön ist.
Alles in allem haben wir mit „Vampirismus“ eine sehr düstere – vielleicht sogar mit Abstand die düsterste – Geschichte der Serapionsbrüder vor uns, die durch ihre unheimlichen, dunklen, mysteriösen Anklänge eine negative Grundstimmung inne hat. Das klingt jetzt so, als ob ich die Geschichte nicht gut fand, aber das komplette Gegenteil ist der Fall. Diese Geschichte, die nicht explizit in den Serapionsbrüdern betitelt wurde, scheint mir eine der besten Geschichten von E.T.A. Hoffmann zu sein.

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