Mittwoch, 8. März 2017

Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug von Heinrich Hoffmann

Die gar traurige Geschichte mit dem Feuerzeug von Heinrich Hoffmann

In der gar traurigen Geschichte mit dem Feuerzeug von Heinrich Hoffmann geht es um Paulinchen, die alleine zuhause ist mit ihren beiden Katzen. Sie entdeckt ein Feuerzeug, welcher herumliegt, allerdings hatten ihre Eltern ihr verboten mit dem Feuerzeug zu spielen, woran sich das junge Mädchen aber nicht hält. Sie zündet sich eine Kerze an und tanzt mit dem Feuer in der Hand durch das Zimmer, dabei gerät ihr Kleid in Brand. Die Katzen, die sie zuvor immer wieder ermahnt hatten, nicht mit dem Feuer zu spielen, weinen über das in Flammen aufgegangene Mädchen, von dem nur noch ein Häufchen Asche und ein paar feine Schuhe übrig geblieben sind.
Diese Geschichte von Heinrich Hoffmann kannte ich sogar noch aus meiner Kindheit und ich muss sagen, auch bei dieser bin ich nicht sicher, ob ich die wirklich meinen Kindern vorlesen wollen würde, wobei ich interessante finde, dass hier das weibliche Mädchen ihren Fehler in der Weise bezahlen muss, dass sie stirbt, wohingegen Friedrich, der ja nun nicht sich selbst, sondern anderen geschadet hatte, nicht stirbt, sondern nur verletzt im Bett liegt. Hier könnte eine Deutung aus feministischer und historischer Perspektive sinnvoll sein. Auch inwieweit hier einem Erziehungsideal von damals und heute entsprochen wird, ist interessant. Natürlich macht es Sinn Kindern das zündeln, vor allem, wenn sie alleine sind, zu untersagen, aber eventuell wäre es Paulinchen besser ergangen, wenn ihre Eltern ihr erklärt hätten, warum sie es ihr verbieten und an dieser Stelle natürlich auch: Kindern, die diese Geschichte lesen oder hören, wissen jetzt warum ihnen verboten wird, mit Feuer zu spielen, aber ob diese drastische Darstellung zu einem größeren Lern- und Abschreckungseffekt führt ist fraglich. Alles in allem finde ich die Geschichte sehr nett gestaltet, wobei der phantastische Anstrich (sprechende Katzen) der Geschichte etwas von ihrer Plausibilität und damit vielleicht auch von ihrem Schrecken nimmt, wodurch ein erzieherischer Effekt untersucht werden muss, was mich nicht davon abhält diese Geschichte – vermutlich auch aus nostalgischen und subjektiven Gründen – weiter zu empfehlen.

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