Mittwoch, 1. März 2017

Die Geschichte vom bösen Friedrich von Heinrich Hoffmann

Die Geschichte vom bösen Friederich von Heinrich Hoffmann

In der Geschichte vom bösen Friederich von Heinrich Hoffmann geht es um den Jungen, namens Friedrich, der Katzen und Vögel erschlägt, außerdem auch Stühle und anderes Mobiliar. Auch eine junge Frau wird geschlagen. Er peitscht sie. Als er dann an einen Brunnen kommt und dort einen Hund trinken sieht, nimmt er die Peitsche und schlägt den jaulenden Hund, welcher sich das aber nicht gefallen lässt und den Jungen ins Bein beißt. Der Hund nimmt die Peitsche mit und frisst Friedrichs reich gedeckten Tisch leer, während Friedrich mit seiner Verletzung im Bett liegt und bittere Medizin zu löffeln bekommt.
Die Geschichtensammlung Der Struwwlpeter von Heinrich Hoffmann, fängt mit einer sehr brutalen Geschichte an. Wir haben hier einen Jungen, der nicht nur leblose Gegenstände zerstört, sondern auch Tieren weh tut und dies nicht billigend in Kauf nimmt, wie man es vielleicht von einem Kind erwarten würde, das einfach noch nicht darüber nachdenkt, dass seine Handlungen Konsequenzen haben (was nicht heißt, dass ich ein solches Verhalten auch nur akzeptieren kann). Nein, er erschlägt Katzen und Vögel ohne dabei auch nur ein schlechtes Gewissen oder Reue zu verspüren. Und auch den Hund peitscht er, welcher ihm die Peitsche dann abnimmt und ihn insoweit bestraft, dass er ihm sein Essen wegfrisst und er gleichzeitig mit einer Verletzung im Bett liegen muss und die bittere Medizin schlucken muss. Er hatte zuvor noch ein junges Mädchen mit der Peitsche geschlagen, nach all diesen Missetaten kann ich wirklich nicht verstehen wie diese Bestrafung auch nur annähernd angemessen sein sollte. Zu beachten ist hier eventuell der historische Kontext, denn diese Geschichten sind alle um 1844 geschrieben worden. Alles in allem würde ich es mir wohl zwei Mal überlegen, ob ich diese Geschichten wirklich meinen drei bis sechs jährigen Kindern zu lesen geben würde oder ihnen vorlesen würde, aber davon abgesehen, sind sie zumindest als Kulturgut von nicht zu unterschätzender Relevanz und somit haben sie zumindest einen gewissen Daseins- und Rezeptionsberechtigung.

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