Mittwoch, 19. April 2017

Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft

Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft

Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft von Heinrich Hoffmann beschreibt einen Jungen, der nicht darauf achtet wohin er geht und ständig Löcher in die Luft starrt, vor allem den Himmel findet er besonders interessant. Auf dem Schulweg sieht er den Bach einmal nicht und stürzt mitsamt seiner Mappe hinein. Glücklicherweise sehen dies zwei Männer, die ihn herausfischen, allerdings schwimmt seine Mappe weg, sodass er dann betröppelt am Ufer steht.
Man kennt das ja, dass man mal vor sich hin träumt, aber dass man dermaßen versunken ist, dass man den Bach nicht sieht, das erscheint mir doch sehr komisch. Natürlich kann ich mir dies durchaus vorstellen, schließlich kann es schon mal passieren, dass man eine Sekunde zu spät aus seinen Tagträumen erwacht und so die Haltestelle verpasst, aber dass man im Straßenverkehr rumläuft ohne darauf zu achten, wohin man läuft? Das kenne ich eigentlich nur von Menschen, die auf ihr Handy schauen und deshalb nicht auf Autos, Busse und Bahnen achten. Vielleicht sind die Handys die neuen Tagträume?
Interessant ist hier, dass der Junge von zwei Männern gerettet wird, und deshalb keine schlimmeren Folgen zu befürchten hat, als dass er Ärger bekommt, weil seine Mappe weg ist. Dass der Ärger mit den Eltern, ob der verschlampten Mappe und mit dem Lehrer, nicht nur weil die Mappe weg ist, sondern vielleicht auch weil die Hausaufgaben darin waren, schlimm genug sein kann, kennt wohl jeder. Aber interessant wäre es mal eine Hierarchie der Werte von Heinrich Hoffmann, die er in seinen Geschichten erwähnt und wie sie bestraft werden, aufzustellen.
Die Geschichte vom Hanns Guck-in-die-Luft ist durchaus realistisch, denn jeder kennt es wohl, dass man aus Müdigkeit oder aus Langeweile vor sich hin träumt und daraus negative Konsequenzen erwachsen, sodass man sich mit Hanns durchaus identifizieren kann. Die verhältnismäßig milde Strafe, die Heinrich Hoffmann hier beschreibt, sei an dieser Stelle noch erwähnen, denn nicht nur deshalb, empfinde ich diese Geschichte als durchaus lesenswert und kann sie weiterempfehlen.


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