Mittwoch, 5. April 2017

Die Geschichte vom Suppen-Kaspar von Heinrich Hoffmann

Die Geschichte vom Suppen-Kaspar von Heinrich Hoffmann

Die Geschichte vom Suppen-Kaspar von Heinrich Hoffmann beschreibt einen Jungen, der ein bisschen dick ist und auf einmal beschließt, dass er seine Suppe nicht mehr essen mag, sodass er über die Tage immer mehr abnimmt bis er nur noch ein Strich in der Landschaft ist. Am fünften Tag ist der Suppen-Kaspar schließlich tot.
Dass ein Junge, der ein bisschen übergewichtig ist, nach fünf Tagen fasten stirbt, ist sehr unwahrscheinlich, sodass ich diese Übertreibung irgendwie doof fand, da sie den Kindern nur zeigen soll, dass man entweder ist, was auf den Tisch kommt, oder eben hungrig ins Bett geht und am Ende stirbt. Natürlich müssen Kinder lernen, dass es Arbeit kostet und Geld wenn man kocht, aber diese drastische Zuspitzung fand ich unverhältnismäßig. Mich persönlich hätte noch interessiert, warum der Junge so empfindlich auf die Suppe reagiert. Warum mag ein Junge, der offensichtlich nicht ungern gegessen hat, so scheint es zumindest am Anfang, auf einmal seine Suppe nicht mehr essen? Dies wurde, meiner Ansicht nach, überhaupt nicht geklärt, was ich sehr schade fand, weil die ganze Geschichte für mich ohne Erklärung keinen Sinn ergibt.
Das Verhalten des Kindes könnte auf eine Aufmerksamkeitsstörung hinweisen, wie es in der heutigen Literatur öfter interpretiert worden scheint. Diese Deutung erscheint mir irgendwie sinnvoll und dass man früher nicht wusste, wie man mit diesen Kindern am Besten umgeht, ist auch kein Geheimnis, von daher scheint dieses Geschichte große Differenzen in der Erziehung deutlich zu machen.
Seltsam war auch, dass die Eltern nichts taten dagegen, dass ihr Sohn nichts essen wollte, denn wenn ich merke, dass mein Kind seit Tagen nichts mehr isst, würde ich doch mal nachfragen woran es liegt und ob ich nicht irgendwas dagegen tun kann und würde dann eventuell etwas anderes kochen (lassen).
Letztendlich ist die Geschichte vom Suppen-Kaspar also nicht gerade mein Liebling dafür hat sie einfach zu viele Schwächen, deshalb würde ich sie tendenziell nicht weiterempfehlen.


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