Mittwoch, 12. April 2017

Die Geschichte vom Zappel-Philipp

Die Geschichte vom Zappel-Philipp

In der Geschichte vom Zappel-Philipp geht es um einen Jungen, der bei Tisch immer wieder mit dem Stuhl kippelt, obwohl es ihm seine Eltern verbieten. Irgendwann kommt es wie es kommen muss, er stürzt nach hinten, packt in Panik das Tischtuch und reißt alles mit sich nach hinten. Die Eltern sind bestürzt, denn ihr Essen liegt nun am Boden.
Gekippelt haben wohl die meisten von uns schon, schließlich ist das in der Schule vor allem in der Grundschule so eine Art Nationalsport. Dass man trotz der Ermahnungen der Lehrer nicht einsah, dass es gefährlich sein könnte und dass durchaus die Möglichkeit bestehen könnte, dass man stürzt, erkennt man als Kind auch noch nicht an. Ich hatte sogar einen Mitschüler, der mit seinem Stuhl kippte, aber dennoch wurde weiter gekippelt in meiner Klasse. Weshalb ich dieses Verhalten durchaus nachvollziehen kann und auch glaube, dass es durchaus realistisch ist, dass der Junge nach hinten fällt und dass er auch die Ermahnungen seiner Eltern nicht hört.
In der heutigen Rezeption wurde anscheinend immer wieder thematisiert, dass es sich auch hier um ein aufmerksamkeitsgestörtes Kind handeln könnte. Ob dies stimmt, weiß ich nicht, denn danach wäre mindestens die Hälfte aller Grundschüler aufmerksamkeitsgestört, was ich mir nicht vorstellen kann. Natürlich könnte es an der Schulstruktur liegen, dass Schüler einfach gelangweilt sind, sodass sie sich versuchen abzulenken, denn kippeln erfordert durchaus Konzentration, wenn auch auf andere Dinge als das Geschehen an der Tafel.
Interessant ist hier auch wieder das Frauenbild, denn – obwohl ich geschrieben habe, dass die Eltern es verbieten – ist es hauptsächlich der Vater, der sowohl seinen Sohn ermahnt als auch am Ende wütend wird. Die Mutter scheint eher unbeteiligte Zuschauerin zu sein. Vielleicht weil sie ihren Sohn nicht ausschimpfen will, vielleicht weil er ohnehin nicht hört (unter Umständen nicht mal nur nicht auf sie hört, sondern sie sieht, dass er auch auf den Vater nicht hört, sodass sie meint, sich die Mühe sparen zu können). Wie man dies alles interpretieren kann, überlasse ich den entsprechenden Stellen.
Die Geschichte vom Zappel-Philipp von Heinrich Hoffmann hat also Potenzial und es gibt sicherlich einige Ansatzpunkte, mit denen man an diese Geschichte herangehen kann. Ob sie didaktisch viel ausrichten kann, weiß ich nicht, aber ich vermute mal, dass sie das nicht kann, dennoch würde ich sie weiterempfehlen.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen