Sonntag, 30. Juli 2017

Rezension: Buddenbrooks von Thomas Mann

Rezension: Buddenbrooks von Thomas Mann

Die Inhaltsangabe des Romans „Buddenbrooks“ von Thomas Mann findet ihr oben.
Wie ihr nach dem Lesen der Inhaltsangabe vielleicht gemerkt habt, ist dieser Roman recht verworren, was mit Sicherheit daran liegt, dass wir drei Generationen begleiten. Vor allem wie Tony, Christian und Thomas aufwachsen erlebt man hautnah mit, denn sie sind zu Beginn des Romans gerade im Grundschulalter. Außerdem haben wir drei Männer, die Johann heißen, was es auch nicht gerade leichter macht, auch wenn Hanno nicht Johann, sondern bei seinem Spitznamen genannt wird.
Gerade weil man Tony auch von Anfang an kennen lernt, konnte ich mich gut in sie hineinversetzen auch wenn ich sie ziemlich arrogant und überheblich fand. Ihr Bruder Thomas ist nach dem Tod ihres Vaters alles für sie, denn sie erhofft sich aus seinem Erfolg persönlichen Ruhm und Anerkennung, obwohl sie zwei Ehen hat scheiden lassen, nachdem sie – wohlgemerkt nicht viel dafür konnte – aber mit ihrer Einstellung auch nicht gerade zum Fortgang dieser Ehen beitrug. Tony erinnerte mich ein bisschen an eine schuldlose Schuldige. Sie lässt sich von Grünlich scheiden, weil der sie von Anfang an belogen und betrogen hat. Obwohl ich Tony natürlich auch nicht zu sehr loben will, denn sie hat auch ihre gemeinen Seiten.
Andere Familienmitglieder vor allem die Frauen werden nicht sonderlich ausführlich beleuchtet, wodurch es mir schwerer fiel mich in diese hineinzuversetzen, zum Beispiel erfahren wir über Erika nur sehr wenig.
Buddenbrooks ist ein sehr gesellschaftskritischer Roman, zumindest würde ich ihn so werten, denn die Hagenströms arbeiten sich beständig nach vorne, sind am Ende sogar erfolgreicher als Buddenbrooks und dennoch oder gerade deshalb lässt Tony kein gutes Haar an ihnen.
Sehr gut hat mir gefallen, dass Tony, obwohl dieser Roman im 19. Jahrhundert spielt, die Möglichkeit hatte sich zwei Mal scheiden zu lassen, auch wenn sie dann in ihr Elternhaus zurückkehren musste und mit ihrer Tochter in deren Haus umzieht, so hat es doch etwas sehr modernes, meiner Ansicht nach, dass Tony diese Türe offen stand. Auch das Verhältnis von Johann dem Jüngeren zu seiner Tochter Antonie hat mir gut gefallen.
Insgesamt ist der Gesellschaftsroman „Buddenbrooks“ von Thomas Mann ein schöner Roman, der das Leben, den Auf- und Niedergang einer Familie sehr eindrucksvoll zu skizzieren vermag und ein jeder sollte einmal davon gehört haben.

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